Hörtest bei Kindern – Kinderaudiogramm

Prinzipiell ist in jedem Kindesalter feststellbar, ob und wie gut ein Kind hört.
Bei Säuglingen und Kleinkindern wird sich allerdings eine exakte Diagnostik aus einem Mosaik verschiedener Untersuchungsmethoden zusammensetzen.

Physiologische Messungen
Einerseits werden physiologische Messungen durchgeführt (Otoakustische Emissionen, Hirnstammaudiometrie – BERA). Diese Messungen werden mit Hilfe von Apparaten durchgeführt und sind für das Kind vollkommen schmerzlos. Die Geräte selbst sind allerdings relativ teuer und finden sich meist nur in den Fachabteilungen von Krankenhäusern.

Tonaudiometrische Untersuchungen
Andererseits kann man bereits ab etwa dem 4.Lebensmonat tonaudiometrische Untersuchungen durchführen. Bei den sehr jungen Säuglingen werden dabei zunächst Reflexe und Reaktionen auf Töne über Lautsprecher beobachtet. Sobald die Kinder eine ausreichende Kopfkontrolle entwickelt haben, wenden sie sich der Geräuschquelle zu. Diese Zuwendung kann noch verstärkt werden durch eine visuelle Belohnung (z.B. mit Aufleuchten bunter Lämpchen oder ähnliches).
Im 2. Lebensjahr nähert sich die Reaktionsschwelle immer mehr der Hörschwelle und damit wird das Untersuchungsergebnis immer verlässlicher.
Im 3. Lebensjahr schließlich ist eine tonaudiometrische Untersuchung über Kopfhörer –abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes- meistens schon sehr gut durchführbar. Mit Hilfe von einfachen Spielhandlungen (z.B. das Kind wirft ein Spielsteinchen in ein Gefäß, sobald es einen Ton gehört hat) verlängert sich die Aufmerksamkeit des Kindes und es kann in deutlich mehr Frequenzen genauer geprüft werden.

In Zusammenschau der psychoakustischen Messungen (Reflexaudiometrie, Reaktionsaudiometrie, Spielaudiometrie) mit den physiologischen Messungen (Otoakustische Emissionen, BERA) lässt sich letztlich sehr genau das Hörvermögen eines Kindes bestimmen.